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Frank Demant, Jahrgang 1959, geboren in Frankfurt, aufgewachsen im Stadtteil Fechenheim, besuchte bis zum Jahre 1977 das Helmholtz-Gymnasium in Bornheim. Mit der Bundesmarine (Zivildienst wurde mit 3:2 Stimmen bei der Gewissensprüfung abgelehnt) besuchte er im Rahmen von Wehrübungen mehrere Länder, u.a. Kanada, Island, Norwegen, Schottland, England, Belgien. Nach verschiedenen Gelegenheitsjobs Anfang der 80er für einige Monate Privatlehrer der deutschen und englischen Sprache in der Nähe Barcelonas. Sein Traum, die Seefahrt, mußte wegen permanenter Seekrankheit aufgegeben werden. Seit 1984 Taxifahrer in Frankfurt. In den 21 Jahren dieser Tätigkeit wuchs in unzähligen Stunden an den Halteplätzen seine Liebe zur Literatur.

Mehrere tausend in diesen Jahren gelesene Bücher schärften seine Kritikfähigkeit, und als Mitte der Neunziger sein Vater Werner Demant als Opfer in einen der größten Bankenskandale der Bundesrepublik Deutschland verwickelt war, griff Sohn Frank schließlich zur Feder, um diese Ereignisse in seinem Erstling "Tagesgeschäfte" zu verarbeiten. Das Buch wurde 2002 in einem schwäbischen Verlag veröffentlicht, dessen Ziel es offensichtlich war, seine Autoren zu schröpfen - statt Honorar zu bekommen, wird dort wohl heute noch den Autoren Geld abgeknöpft, damit deren Bücher überhaupt erscheinen (siehe Link "Tipps zum Selbstverlag" auf dieser Website). Auf diese Weise ernüchtert, gründete Demant ein Jahr darauf seinen eigenen, den Röschen-Verlag, bei dem "Tagesgeschäfte" aufgrund der Nachfrage in einer neuen Auflage erschien (2005). Die vierjährige Arbeit an diesem Buch, das zum großen Teil an den Taxihalteplätzen Frankfurts geschrieben wurde, hat Demant dermaßen viel Spaß gemacht, so daß er sich entschloß, den Sachsenhäuser Krimihelden Simon Schweitzer aus der Taufe zu heben. Der erste Band "Immer horche, immer gugge" erschien 2003 in einer kleinen Auflage von 300 Exemplaren, die aber zu seiner Überraschung bereits nach nur elf Wochen vergriffen war, woraufhin Demant sich von Freunden Geld lieh und weitere 2.000 Stück drucken ließ. Anfangs hatte dieses Buch sowie der Nachfolger "Geiseldrama in Dribbdebach" (2004) nicht einmal eine ISB-Nummer, so daß es für Buchhandlungen außerhalb von Frankfurt nur mit detektivischem Spürsinn möglich war, diese Bücher zu beziehen. Als sich abzeichnete, daß seine Krimis mehr als nur ein Hobby sein würden, wurden daraufhin ISB-Nummern beantragt. "Immer horche, immer gugge" erschien im November 2005 bereits in der 4. Auflage.

Da kleine bzw. Selbstverlage über so gut wie keine Werbemöglichkeiten besitzen, war Demant darauf angewiesen, daß seine Bücher von den Lesern und Buchhändlern weiterempfohlen wurden. Dies geschah auf derartig nachhaltige Art und Weise, so daß der Rößchen-Verlag inzwischen zu den erfolgreichsten Selbst-Verlagen in der deutschen Literaturgeschichte zählt. Selbst eine Auflagenhöhe von 5000 Exemplaren bei seinem dritten Sachsenhausen-Krimi "Tod im Ebbelwei-Expreß" deckt nicht die Nachfrage eines Jahres und geht bereits nach 7 Monaten in die zweite Auflage.

Im Mai 2005 gab Demant seinen Hauptberuf Taxifahrer auf, um die Arbeit rund um seinen Verlag bewältigen zu können. Diese hatte inzwischen dermaßen überhand genommen, daß kaum noch Zeit für's Schreiben blieb. Über einen Freund entstanden Kontakte zur SOVA (Sozialistische Verlagsauslieferung), die ab dem 1.1.2006 den Vertrieb der Bücher übernehmen wird.

Nach zahlreichen Presseberichten in FAZ, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neuer Presse, Journal Frankfurt und diversen kleineren Zeitungen sowie Fernseh- und Radiobeiträgen sind Demants humoristische Krimis inzwischen einer breiten Leserschaft bekannt. Dutzende von Lesungen (zwei davon in der Frankfurter Kultbahn Ebbelwei-Expreß, u.a. organisiert von der Buchhandlung Thalia) haben zum Bekanntheitsgrad beigetragen.

Jedes Jahr im Sommer wird ein weiterer Simon-Schweitzer-Krimi erscheinen. Ein mysteriöser Fall von Zwangsenteignung eines jüdischen Möbelhausbesitzers während der Nazi-Zeit führt Simon Schweitzer diesmal nach Israel - voraussichtlicher Veröffentlichungstermin: Juni 2006.

Frank Demant wohnt seit mehr als zehn Jahren in Sachsenhausen, und seit mehr als zwanzig spielt er dort bei der TG Sachsenhausen (vormals Taras) Fußball. Durch die Liebe seines Vaters zum "Stöffche" (Frankfurter Ausdruck für Apfelwein) lernte er schon früh die heimelige Atmosphäre der Ebbelwei-Gaststätten zu schätzen, die - wie sollte es auch anders sein - oftmals Schauplatz der Handlungen rund um Simon Schweitzer sind. Trotz der Frankfurter Idiome in den Titeln der Krimis sind die Bücher auf Hochdeutsch geschrieben. Typische Frankfurter Begriffe wie z.B. Dribbdebach werden dem Leser, sofern nicht sofort verständlich, natürlich erklärt.

Humoristische Krimis - funktioniert das überhaupt? Ja, tut es, man muß nur bei den maßgeblichen Passagen den nötigen Ernst walten lassen - lustige oder gar frivole Leichen müssen leider draußen (oder in der Leichenhalle) bleiben :-)))

- Frankfurt, den 20. November 2005 -