Fechenheimer Anzeiger vom 18. Nov. 2005

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Der Krimistoff liegt auf der Straße

Was macht man, wenn man in Frankfurt 20 Jahre lang als Taxifahrer arbeitet, eine gute Beobachtungsgabe hat, schriftstellerisches Talent und genügend Phantasie? Nichts liegt in diesem Fall näher, als die Geschichten schriftlich festzuhalten, die das Leben schreibt. Genau das tut der gebürtige Fechenheimer Frank Demant und ein bißchen gewürzt mit Humor und typischen Frankfurter Figuren, sind seine ersten zwei Sachsenhäuser Kriminalromane zur begehrten Ware avanciert. Am kommenden Samstag, 20. November liest er ab 18 Uhr im Rahmen der Weihnachtsbuchausstellung bei der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde, Jakobsbrunnenstr. 1, aus seinen neuesten Werken.

Seine Phantasie, es kann gar nicht anders sein, rührt bestimmt auch aus der Zeit, da Frank Demant als Junge mit den anderen Kindern durch das Wäldchen hinter dem Fechenheimer Friedhof streifte, in den Wiesen und Feldern um Fechenheim Fußball spielte, im Winter an der Straßenbahn-Endhaltestelle rodelte, oder ins Gartenbad schwimmen ging.

"Sogar im Main konnte ich als ganz kleiner Junge noch baden", erinnert sich der heute 45-jährige Schriftsteller, der die ersten 20 Jahre seines Lebens in Fechenheim verbrachte und zum Beispiel auch die Fähre benutzte, die früher noch dort verkehrte, wo sich heute eine Fußgängerbrücke nach Offenbach befindet. Im ehemaligen Kino in der Ankergasse hatte er sich damals zusammen mit seinen Eltern manchmal Walt-Disney-Filme angesehen.

- Fechenheim war die Welt -

Von der ersten bis zur vierten Klasse besuchte er die Freiligrathschule und wechselte später nach Bornheim auf das Helmholtz-Gymnasium. "Bis dahin war Fechenheim für mich die Welt", erzählt Frank Demant, und erst als er später mit dem Taxifahren begann, habe er Frankfurt richtig kennen gelernt. Doch hin und wieder war er als Kind von seinem Vater mitgenommen worden, wenn dieser mal nach Sachsenhausen auf einen Apfelwein ausging.

So kam Frank Demant auch schon damals mit dem traditionellen Frankfurter Leben in Berührung. Heute wohnt der Krimiautor selber in Sachsenhausen und seine Krimis spielen alle Frankfurter Figuren und Orte mit ein. Schnell wird der Leser so mit dem dargestellten Umfeld vertraut.

Das dritte Buch mit Simon Schweitzer ist bereits in Arbeit und soll im Juni/Juli nächsten Jahres fertig sein. Diesmal geht es um Schutzgelderpressung bei Sachsenhäuser Wirten. Eine der Hauptpersonen wird hier der Apfelweinwirt Jörg Achenbach vom "Dauth Schneider" in Sachsenhausen sein. Die Lesung für dieses Buch ist schon genau geplant: "Jörg Achenbach wird sie mit mir zusammen halten und die Passagen, in denen er vorkommt, wird er selbst lesen" erzählt Frank Demant.

- Regelmäßig neue Krimis -

"Ich habe vor, alle zehn Monate einen neuen Krimi aus dieser Reihe heraus zu bringen", so Demant, der der Einfachheit halber seinen eigenen Verlag - den Röschen-Verlag - gegründet hat. Etwa drei Buchseiten schreibt er am Tag - und die Ideen für alle weiteren Simon-Schweitzer-Folgen hat er auch schon im Kopf.

Ein bisschen identifiziert er sich schon mit seinem Helden Simon Schweitzer. "Zumindest möchte ich mal so reich sein wie er", gesteht Demant. Langweilig werden würde ihm sicher nicht, meint er, denn nach wie vor sind neben dem Schreiben seine Hobbies der Fußball sowie Kino- und Theaterbesuche. Noch hat er außerdem nicht die ganze Welt bereist. Zuhause hat er sich jedenfalls schon mal eine gemütliche Ecke mit Kiesstrand und Liegestuhl zum Relaxen gestaltet...

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