Februar 2009, PBS-Report, „Biographien finden zueinander“, über Wolfgang Fienholds Roman ‚Kaputt in Frankfurt’, von Uwe Timm. Eine Malerin, ein Schriftsteller und ein Verleger, die auf Umwegen zu ihrem Beruf kamen, realisieren mit ‚Kaputt in Frankfurt’ ihr erstes Gemeinschaftsprojekt.
... „Auch der Schriftsteller Wolfgang Fienhold sehnte sich nach einer Existenz jenseits brotberuflicher Langeweile. Er sollte nach einem abgebrochenen Studium eine ‚höhere Beamtenkarriere’ anstreben, aber ein Leben, das vom Wecker bestimmt wird, schmeckte ihm nicht. Nach den üblichen Schriftstellerstationen London, Paris, Amsterdam und den unüblichen Bad Soden, Marburg, Dünkirchen zog es ihn zurück in seine Heimatstadt Frankfurt. Dort bezog er ein Mietshaus, an dem seit Jahren gebaut wird und das für feinste Architektur aus Schilda steht. Seit Jahren nimmt er dieses Provisorium in Kauf, als eine Konzession an die Freiheit, Geschichten nach seinem Gusto schreiben zu können. Angefangen hatte Fienhold mit Gedichten, die er in der Unterprima unter der Schulbank schrieb. Der Sechzehnjährige schickte sie an das ‚Darmstädter Echo’, eine Tageszeitung in seiner Region. Sie wurden gedruckt, er bekam sogar Honorar: 25 DM pro Gedicht. Das war der Startschuss für seinen Beruf, der ihm den Vorteil der Heimarbeit bietet und ihn sein eigener Herr sein lässt. Das ‚Darmstädter Echo’ knüpfte Verbindungen zu anderen Autoren und diese Wiederum zum Radio und zu Verlagen. Es folgten mehr als fünfzig Bücher, darunter Bestseller wie ‚Der Schwarzwaldpuff’, ‚Die endliche Geschichte’ und ‚Die flambierte Frau’, für den der Filmregisseur Robert van Ackeren als Ideengeber fungierte.“
... „In einer Sachsenhäuser Kneipe traf Fienhold 2007 den Verleger Frank Demant, der ebenfalls auf originelle Art zu seinem Job gekommen war. ... Die Malerin Heidi Lenz und der Autor lernten sich während einer Vernissage im Kempinski kennen. Später gab ihr Fienhold das Skript seines Romans ‚Kaputt in Frankfurt’ zu lesen. Sie fand den Text so gut, dass sie spontan sagte: ‚Lass mich das Cover machen.’ Protagonist des 2008 im Röschen Verlag erschienenen Buches ist Harry, der sich kopfüber ins Leben stürzt und von den 68er Jahren bis heute eine wilde Zeit verbringt. Ein Auf und Ab zwischen Luxus und Absturz, das zu Tränen rührt und zum Trinken verleitet.“